2 Irrtümer zu meinen Reisen, die ich regelmäßig höre und derer es einer Klarstellung bedarf

Aber davor: Ein Vorwort an alle meine ehemaligen Deutschlehrer (m/w), die mir und meinem zu lockeren Duktus keine positive Zukunft im schreibenden Gewerbe prophezeit haben. Lockerer Duktus am Arsch. Zum Glück kann in Zeiten des Internets jeder hirnverbrannte Vollidiot die, seinem von der Syphilis schon fast dahingerafften Hirn entsprungenen, grenzdebilen Gedanken veröffentlichen. Und ich jetzt eben auch. Danke an dieser Stelle an meine handgezählten vier Leser. Es brennt ein Absinth für euch in der Kathedrale meines Herzens.

Und damit zum eigentlichen Thema: Wann immer es sich langsam herumspricht, dass ich eine längere Reise plane, dann werden mir in schöner Regelmäßigkeit die gleich folgenden zwei Sätze mit dem rostigen Buttertschuri aufs Brot geschmiert:

„So schön hätte ich es auch gern mal. Die ganze Zeit nur Urlaub.“

Nein, glaubt mir wenn ich sage, so schön wollten es die meisten von euch keine drei Stunden haben.

Wer mal mit Fieber in einem abgesifften Hostel in Vietnam in einem 18-Personenschlafsaal lag, in einem Bett in dem sich Bettwanzen und Riesenameisen einen Ausscheidungskampf liefern darum wer dann später an einem knabbern darf und bei jedem Klogang das Gefühl hatte, einen Batteriesäure leckenden 9-Voltblock aus seinem Enddarm zu pressen…

Wer bei 38 Grad im Schatten sieben Stunden lang in einem nicht klimatisierten Minivan über nicaraguanische Straßen gefahren ist, mit einem Hippiepärchen auf dem Sitz nebenan, das einem nachdrücklich versichert, „dass Shampoo der Teufel ist“ und auch so riecht…

Ja, wer mal in einem mexikanischen Bus bestohlen wurde und in Thailand im Dschungel, fernab jeglicher Zivilisation bei der Rückkehr von der Buschlatrine von einem Skorpion in den großen Zeh gestochen wurde, der kennt spätestens ab da den Unterschied zwischen Reisen und Urlaub.

Wer es immer noch „so schön“ haben möchte, der darf mich gerne begleiten, wenn ab 20. Juli wieder neue Geschichten von obigem Kaliber geschrieben werden.

„So ein Leben müsste man haben…“

Dieser Punkt ist schnell abgehandelt. Wann immer jemand diesen Satz zu mir sagt, stelle ich die Gegenfrage. „Was hindert dich daran es zu haben?“ Wenn nicht gerade irgendwelche fadenscheinigen (ganz selten auch berechtigte) Begründungen kommen, dann kommt für gewöhnlich so viel wie von der CDU bei der Beantwortung drängender Zukunftsfragen: Unter null.

Die Realität ist doch, dass eigentlich niemanden (zumindest in meiner Generation) etwas daran hindert selbiges zu tun. Ich vermute daher eher, dass es viel öfter eine Frage des Wollens und nicht eine solche des Könnens ist. Andere Meinungen hierzu? Die bin ich gerne bereit abzubügeln…

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