Tage 139, 140, 141 und 142: Schotter, so weit die Klüsen reichen

Argentinien – das ist nicht nur Pampa, Cowboys und Steaks. Das ist auch die Heimat des zweitbesten Fußballers der Welt. Und der macht nicht nur hin und wieder den Grüßaugust von irgendwelchen Plakaten runter, sondern ist auch in Form von Trikots allgegenwärtig. Was dem Kolumbianer sein James Rodríguez und dem Peruaner sein flaschenwerfender Krieger Paolo Guerrero, das ist dem Argentinier nun Mal eben Messi.

Aber Messi hin, Messi her. Ich habe meine eigenen Probleme. Ein Dämpfer musste nach den letzten überragenden Tagen offenbar Mal wieder her. Und den bekomme ich auch prompt serviert.

Die Quebrada del Toro

Zunächst befinde ich mich aber noch in Salta und will an diesem Freitag noch nicht gleich weiterfahren, sondern einen Ausflug in die Quebrada del Toro, die Stierschlucht, machen. Klingt auf spanisch wesentlich geiler.

Vorher lerne ich aber wieder auf die harte Tour, dass Argentinien eben nun Mal auch Südamerika ist. Ich will eine SIM-Karte für den GPS-Tracker in Bertls Gepäckfach besorgen und frage den verkaufenden Kiosk-Babo explizit drei Mal, ob er sicher ist, dass sich die Karte sofort aktivieren lässt. Logo, sagt er. Alles was wir brauchen sei mein Reisepass. Also ab dafür. Keine zwei Minuten später, ist die Karte zur Aktivierung in meinem Handy und schon in Schritt 1 der Aktivierung stellt sich heraus, dass eine argentinische Personalausweisnummer zur Aktivierung benötigt würde und eine Aktivierung per Reisepass nicht funktioniert. Ich fordere zunächst mein Geld zurück, lasse mich dann aber vom SIM-Karten-Sergio dazu überreden zum Geschäft des Kartenanbieters zu fahren und die Karte dort zu aktivieren. Obwohl das genau der ganze Scheiß ist, dem ich mit der wiederholten Nachfrage vor dem Kauf eigentlich aus dem Weg gehen wollte, fahre ich daher immer weiter rein ins Zentrum und frage solange herum, bis mir nach zig verschiedenen Richtungsangaben so der Kamm schwillt, dass ich doch zurück zum Kiosk fahre und meine Kohle wieder einsacke. Bilanz: Eineinhalb Stunden vorüber, null SIM-Karten erfolgreich eingekauft.

Mit deutlich Frust im Gepäck fahre ich dann los zur Quebrada. Ich merke, dass ich mich selbst darüber viel zu sehr aufrege. Offenbar ist es nach vielen Wochen Mal wieder soweit: Schlafmangel. Tatsächlich habe ich seit der Zeitumstellung von Peru nach Chile nicht mehr sehr gut und viel geschlafen. Ich verordne mir für die nächsten Tage frühe Bettruhe und schlucke meinen Ärger für heute herunter.

Laut Google Maps liegt die anvisierte Quebrada nur etwa 60 km entfernt, außerhalb von Santa. Alleine auf dem Weg dorthin komme ich aber in drei Polizeikontrollen. Die Kontrollen 1 und 3 werden von sauberen Cops abgehalten, während Cop 2 händeringend nach etwas sucht, weswegen er mich belangen könnte. Da ich aber seit gestern auch eine Versicherung vorweisen kann und meine Dokumente ansonsten lückenlos, mein Licht an und ich auf der rechten Spur unterwegs war, muss er dieses Unterfangen enttäuscht aufgeben.

Auf dem Weg in die Quebrada kreuzen sich meine Wege immer wieder mit den Schienen des Tren a las Nubes, dem Zug zu den Wolken. Klingt auf spanisch auch geiler. Entweder durch Übergänge oder etwas spektakulärer wie hier durch eine uralte Eisenbahnbrücke vor der Quebrada selbst.

Der Weg führt weiter auf über 2.500 Meter und bringt eine weniger grüne, veränderte Vegetation mit sich.

Diese würde wohl auch noch deutlich anders werden. Weiter kann ich aber mit meiner einen Tankfüllung und ohne Zusatzkanister nicht vorstoßen, will ich auch wieder zurückfinden.

Immer wieder sind am Wegesrand Pferde und Esel am Fressen und Basis chillen. Den treuesten aller Esel habe ich aber hier nochmal abgelichtet. Werte Leserschaft, hier nun auch ganz offiziell: La Berta (für Freunde auch: Bertl)

Recht früh kehre ich von meinem kleinen Ausflug wieder zurück, hole mir noch einen miserablen Haar- und noch miserableren Bartschnitt ab, der mir wieder das Blut zum Kochen bringt und verfolge ansonsten meinen Vorsatz des früh zu Bett gehens.

Road to Cachi

Da sämtliche Hostelmitarbeiter vermutlich ihren Rausch auspfusen, aber keiner von ihnen Frühstück serviert, mache ich mich auf die Suche nach einem Western Union Standort, zur Auszahlung einiger argentinischer Peseten. Denn die wegen des merkwürdig hohen Wechselkurses günstig geschossene CDI hat mich auf eine Idee gebracht. Bei Auszahlungen am Geldautomaten oder bei Kreditkartenzahlungen bekomme ich den offiziellen Wechselkurs von etwa 65 Peseten pro Euro und muss noch 17% Gebühr berappen. Nach oben ungedeckelt. Die spinnen, die Argentinier. Western Union dagegen bietet mir aus einem unerfindlichen Grund für nur 4,90 € Gebühr 84 Peseten für den Euro. Diese Wechselkursanomalie macht ALLES, ausnahmslos ALLES etwa 30% günstiger für mich. Sofern die Auszahlung klappt.

Und so habe ich mir heute morgen über Western Union selbst EUR 500,- geschickt und wandere nun durch die Stadt auf der Suche nach einer Auszahlungsmöglichkeit. Laut der Website von WU gibt es 62 Standorte. Alles easy? Weit gefehlt. Denn wir sind immer noch in Südamerika. Nummer 1 hat zu, obwohl laut offizieller Öffnungszeiten geöffnet sein sollte. Nummer 2 ist zwar als ein solcher gelistet, sagt mir aber er ist kein WU-Partner mehr. Nummer 3 hat wieder zu und Nummer 4, ein richtig echter WU-Schalter in einem Carrefour-Supermarkt hat offen, aber keine Kohle. Ich besorge mir also im Carrefour Frühstück und warte bis durch Bar-Bezahlung jedweder Rechnungen der Stadtbewohner Saltas bei WU (so werden hier Rechnungen bezahlt) genügend Geld zusammengekommen ist, um mir meine 500 Euro in Peseten auszubezahlen. Das dauert etwas, klappt aber schlussendlich problemlos. Fast jedenfalls. Denn ein kleines Problem ist die Tatsache, dass mir die freundliche Schaltermitarbeiterin meine 42.000 Pesos in 100 Peso-Scheinen ausbezahlt, ich also mit 420 Geldscheinen in vier Bündeln zehn Blocks weit zum Hostel laufen muss. Die Bündel sind so groß und dick, dass ich sie kaum versteckt bekomme. Angekommen am Hostel, wandert die Kohle umgehend in mein Zweitaktöl-Versteck.

Aufgrund dieser (lohnenden) Verzögerung, kann ich erst nach 12 Uhr aufbrechen. Die direkte Fahrt über Cachi nach Cafayate von etwas über 300 km kann ich damit wohl vergessen. Ich entscheide mich dafür, heute aber zumindest noch nach Cachi zu fahren. Von Salta nach Cachi – eine laut Reiseführer schöne Route. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ich aber Mal einen Blick auf meine hochgelobte App werfen sollen und mir die Oberflächenbeschaffenheit der Route ansehen. So viel sei gespoilert.

Zunächst beginnt die Fahrt aber relativ harmlos. Die Straße ist perfekt, zieht sich wunderbar durch herrlich grüne Umgebung.

Ich mache wieder etwas Höhenmeter und schnell sind vom Grün wieder nur noch Kakteen übrig. Platziert auf diesen merkwürdig mehrfarbigen Felsen, die mich seit Purmamarca begleiten.

Da mich meine Route aber auf über 3.000 Meter führen soll, schwant mir beim Anblick der Unwetterwolken bereits Böses. Was sich letztlich auch bestätigen sollte. So viel sei gespoilert.

Zunächst kämpfe ich aber mit dem Untergrund. Denn plötzlich wird aus dem herrlichen Asphaltband von zuvor, diese ekelhaft quergerillte Schotterpiste.

Mit mehr als 15 km/h absolut nicht befahrbar. 15 Kilometer lang rüttelt es mich und Bertl durch die Pampa, stetig bergauf. Die Strecke könnte der feuchte Traum jedes Motorradfahrers sein, würde einem der Untergrund nicht sämtliche Wirbel verschieben.

Und als ich dann noch in die dichte Wolkendecke eintauche, es ekelhaft nass und kalt wird und sich die Sicht auch noch auf maximal 20 Meter beschränkt, da ist von Fahrspaß keine Rede mehr. Meine Hände spüre ich schon längst nicht mehr als ich die Passhöhe erreiche und einfach darüber wegfahre um möglichst schnell wieder abzusteigen und warm zu werden und den Nebel zu verlassen. Bis dahin bleibt der einzig echte Glücksmoment jener, als ich auf meinem Handy die Meldung sehe, dass Wurst-Ulis FC Hollywood gegen Gladbach verloren hatte.

Als ich den Nebel dann aber hinter mir lasse und auch endlich wieder auf Asphalt unterwegs bin, da hebt sich meine Laune. Die Straße führt nun durch den Nationalpark Los Cardones und bietet neben eigentlich kargen, aber mit Kakteen und leuchtend gelben Blumen besiedelten Tälern auch einen Blick auf den fast 6.400 Meter hohen Nevado de Cachi. Leider ist passend zu diesem Tag jetzt auch mein Handyakku leer und Bilder dieser Szenerie bleiben meiner Erinnerung vorbehalten.

Ich erreiche Cachi, finde ein Zimmer für unter 3 Euro und gönne mir ein Feierabendbier. Wieder geht es danach früh ins Bett und ich schlafe wieder fast zehn Stunden. Aber auch diese sollten mich nicht davor bewahren am nächsten Tag mehrmals zu explodieren. Soviel sei gespoilert.

Road to Cafayate

Der Blick auf meine Navigations-App, den ich jetzt erst mache, verrät, dass mir knapp über 100 km Schotterpiste bevorstehen. Es sollten 130 werden. So viel sei gespoilert. Die Alternative wäre die gestrige Route zurück nach Salta und von dort über die Autobahn nach Cafayate. 270 km lang. Der direkte schottrige Weg beträgt nur 165 km. Ich habe ja den ganzen Tag Zeit, denke ich mir. Und wird schon irgendwie gehen, denke ich mir auch. Man bin ich ein Arschloch, denke ich noch am selben Tag von mir. So viel sei gespoilert.

Die Straße beginnt gleich mit Schotter und Querrillen. Zu Best of the Beast von Iron Maiden gurke ich also mit etwa 20 km/h Richtung Cafayate. Ich versuche mich am querrillenlosen Rand zu halten. Wo aber dummerweise auch öfters tiefer Sand zu finden ist, weshalb ich immer wieder meine Beine zur Hilfe nehmen muss um bei ausbrechendem Hinterrad Stürze zu verhindern.

Alle zehn Kilometer baue ich eine Pause ein. Weniger für Bertl als viel mehr für mich. Denn meine Durchschnittsgeschwindigkeit ist weiterhin nicht höher als 15 – 20 km/h. Und so brauche ich selbst für jene lächerlichen zehn Kilometer zwischen meinen Pausen eine halbe Stunde oder mehr. Will ich nicht durchdrehen, muss ich mindestens einen solchen Rhythmus fahren.

Meinem Arsch zu Liebe fahre ich nur noch mit langen Unterhosen, was an einem heißen Tag wie diesem eine zusätzliche Bürde ist. Eine notwendige jedoch, denn dadurch, dass ich meine Beina außen brauche um Stürze zu verhindern, kann ich nicht wie üblich mit meinen gesamten Oberschenkel auf der Sitzbank sitzen, weshalb mir bereits nach 30 km der Arsch schmerzt.

Anfangs mache ich hin und wieder noch ein paar Bilder vom wenigen Grün um mich herum.

Dann irgendwann voller Fokus auf die paar Meter Straße vor mir. Den Querrillen versuche ich oft durch Ausweichen auf die Gegenfahrbahn auszuweichen, was natürlich nur bei gerader Strecke (selten) und einsehbaren Kurven (noch seltener) machbar ist. Standard ist eher, dass es mich durchgehend hart durchrüttelt, was mir bereits nach 40 Kilometern hart auf den Sack geht.

Als dann zwischendurch klar wird, dass es nicht „nur“ 100, sondern gar 130 Kilometer so gehen wird, da habe ich einen ersten kleinen Motivationsknick. Ich lege wieder die Motivationsplaylist auf, die mir schon am Chachani so sehr geholfen hatte und kämpfe weiter gegen die immer sandiger werdende Piste und das damit einhergehende Schlingern des Hinterrades.

Wenigstens in meinen Pausen versuche ich die Landschaft etwas zu genießen und Bilder zu machen. Denn eigentlich sieht diese gar nicht so schäbig aus. Einen Kopf dafür habe ich aber ehrlicherweise spätestens ab 60 Kilometern nicht mehr.

Nach 70 Kilometern sitze ich am Straßenrand, meinen behelmten Kopf in die Hände gestützt und dem Heulen nahe. Jeder Schlag auf Bertls Stoßdämpfer tut mir in der Seele weh. Dass mir durch die Vibrationen mein Rucksack ständig verrutscht und ich zu zusätzlichen kurzen Pausen gezwungen bin macht mich aggressiv und lässt mich gleichzeitig resignieren. Ich bin an dem Punkt, an dem ich nicht mehr weiterfahren will. Ich will aufgeben. Aber der Weg zurück wäre jetzt sogar weiter als die Flucht nach vorne. Dieser Gedanke sickert irgendwann auch in mein Hirn durch und lässt mich weitermachen.

Aber der Sand wird mehr und ich bin immer öfter nur noch Schlingern. An mehr als 20 km/h ist nicht zu denken. Meist eher weniger. Ich könnte mich selbst ohrfeigen für diese selten dumme Entscheidung nicht den längeren Umweg genommen zu haben. Bei jeder größeren Erschütterung schreie ich laut in den Helm: „Verf***te Scheiße“ oder schreie einfach nur ohne Sinn vor mich hin.

Inzwischen passt irgendwas mit Bertls Vergaser nicht mehr. Sei es durch das Gerüttel oder den Sand. Jedenfalls hält sie das Gas nicht mehr und wenn ich die Kupplung ziehe, geht sie nahezu jedes Mal umgehend aus. Ich habe nicht mehr die Körner nachzusehen woran es liegen könnte und fahre einfach weiter.

Nach 80 Kilometern wird es so sandig, dass ich nicht Mal mehr meine Pausen machen kann, weil der Untergrund so sandig ist, dass mein Hauptständer einsinkt. Ich muss immer so lange weiterfahren, bis irgendwo Steine liegen, die ich unterlegen kann. Ich muss nicht erwähnen, dass das nicht zur Besserung meiner Verfassung beiträgt. Langsam bekomme ich auch Panik, dass der Untergrund so sandig werden könnte, dass ich Umkehren und alles wieder zurückfahren muss.

Meine Haltung auf dem Bock ist, um Stürze zu verhindern, völlig verkrampft. Dadurch schmerzen inzwischen mein Rücken und mein Nacken ebenso wie der Arsch. Auch meine Hände tun mir weh, vom ständigen verkrampften Gas geben, kuppeln und bremsen. Meine rechte Hand wirft bereits Blasen.

Zehnte Pause. Nach fast sieben Stunden Gerüttel reißt die 100-km-Marke. Die Abschnitte nach meinen Pausen werden immer länger. Immer öfter blicke ich auf den Tacho. Nur um festzustellen, dass die Kilometer einfach nicht vergehen. Als wieder einmal der Rucksack verrutscht, reicht es mir. Ich trete voll auf die Hinterradbremse, crashe dadurch fast, komme zum Stehen, stelle Bertl auf den Hauptständer, drehe mich um und schreie meinen Rucksack aus voller Kehle an: „Du dummes Arschloch, du dummes, reiß dich jetzt zusammen“. Nur um mich im nächsten Moment zu fragen ob ich eigentlich noch ganz sauber bin und dann wieder resigniert und den Tränen nahe im Sand am Straßenrand zu sitzen und irgendwie zu versuchen noch Reserven frei zu machen.

Nach mehreren Minuten habe ich wieder die Kraft weiterzufahren. Der Schmerz im Nacken ist unerträglich. Eine Schmerztablette soll helfen.

Die letzten zehn Kilometer sind dann die übelsten des Tages. Das Ziel vor Augen will einfach kein Kilometer vergehen. Aber irgendwann ist es dann doch vollbracht und der Asphalt kommt nach neun (!) Stunden sogar drei Kilometer früher als erwartet. Welch Erlösung.

Als ich endlich Asphalt unter den Reifen habe, stelle ich Bertl umgehend ab, ziehe den Helm ab, küsse die Straße, reiße die Arme in die Höhe und schreie wie ein Irrer. Ich buche schnell ein Hostel, knalle mich wieder auf den Bock und schieße die letzten 30 Kilometer mit fast 100 km/h nach Cafayate.

Dort esse ich abends um 19 Uhr meine erste Mahlzeit des Tages, denn Essen gab es überraschenderweise während meines Ritts durch die Wüste ebenfalls nicht, dusche und falle todmüde in meine Koje. Gute Nacht Welt. Was ein scheiß Tag.

Einfach Mal gar nix machen

Am nächsten Morgen fühle ich mich bereits um Welten besser. Tage wie der vorangegangene gehören eben auch zu einer Reise wie dieser. Es kann nicht jeder Tag immer nur geil und reich an Highlights sein. Erfahrungen wie die des gestrigen Tages müssen unter Kategorie Lehrgeld abgelegt werden. Dass ich trotzdem angekommen bin, lässt mich irgendwie auch stärker daraus hervorgehen. Außerdem helfen solche Erlebnisse dabei, mich selbst besser kennenzulernen. Denn ich erinnere mich nicht, wann mich schon einmal etwas so zum Ausrasten gebracht hätte, wie die Erlebnisse des vorangegangenen Tages. Eine Seite, die ich an mir selbst noch nicht kannte.

Wieder deutlich entspannter nehme ich mir für heute absolut gar nichts und erst recht keine einzige Minute auf Bertl vor. Denn seit Arequipa vor mehr als 2.000 km bin ich selbst an meinen Nicht-Reisetagen trotzdem immer einige Kilometer gebertelt. Ich bin weit davon weg, dass mir die Fahrerei auf den Sack geht, aber für heute brauche ich davon eine Pause. Akkus aufladen. Nichts tun.

Ich bringe zu Fuß meine Wäsche weg, gehe zu Fuß meinen Benzinkanister füllen, kümmere mich um Bertls Standgasproblem, das wie erwartet nur durch eine durch die Rüttlerei verstellte Standgaschraube hervorgerufen wird, stelle die Spiegel vernünftig ein, nachdem auch diese durch die Buckelpiste verstellt sind und hänge den restlichen Tag in der Hostelhängematte und in sämtlichen Cafés der Stadt ab um die nächsten Tage, Wochen, Monate und Jahre meines Lebens zu planen. Herrlich. So viel sei gespoilert.

4 Antworten zu “Tage 139, 140, 141 und 142: Schotter, so weit die Klüsen reichen”

  1. Hallo Norman,

    ich bin selbst mit dem Motorrad auch schon auf diversen Schotterpisten oder „Sherpapfade“ wie ich sie liebevoll nenne unterwegs gewesen. Unterwegs hat mir ein alter Moped-Veteran den Tipp gegeben, bei Schotter und vor allem bei Querrillen, etwas Luft aus den Reifen zu lassen. Ich lasse in dem Fall bei einem normalen Reifendruck von 2,8-2,9 Bar die Luft raus auf 2,2-2,3 bar so hast du ein bisschen mehr Grip und es schüttelt zwar nach wie vor aber wenigstens nicht mehr so hart, dass du die Hämorrhoiden wachsen hörst.
    Vielleicht hilft dir das ja falls du wieder in den Genuss kommen solltest.
    Mach weiter so !

    1. Hi Saimen, sorry, kam nicht dazu die Kommentare zu genehmigen. Der Tip ist Gold wert. Ich versuche zwar von jetzt an derartige Strassen zu meiden. Wenn es aber Mal wieder dazu kommt, versuch ichs Mal. Danke dir, Jung.

  2. Liebster Onkel norbert,
    wie kommst du auf die Idee den ganzen Tag nichts zu essen und dann so eine Reise zu starten? Ist doch klar das du dann ausflippst.
    Sei ein Alman und Pack dir ein Vesper ein!

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