Tage 172, 173 und 174: ✔️

Drei Tage hatte ich Zeit meine Abfahrt heute Morgen vorzubereiten. Drei Tage habe ich offenbar verpimmelt ohne eben genau das zu machen. Denn als es heute morgen losgehen soll, kann ich nicht frühstücken, weil ich keine Eier mehr habe (Doppeldeutigkeit intended), kann mein Hostel nicht bezahlen, weil mir das Bargeld ausgegangen ist und habe noch immer einen leeren Tank. Wo ist sie hin? Meine urdeutsche Freude an der Planung bis ins kleinste Detail? Verloren. Für immer? Vielleicht.

Road to Cerro Sombrero

So muss ich zuerst bis um 9 Uhr warten, bis ich wieder einmal über Western Union Bargeld besorgen kann. Sollte man meinen. Denn nachdem ich eine knappe halbe Stunde wegen eines technischen Problemes am Schalter gewartet habe, werde ich schließlich weggeschickt. Klappt heute nicht mehr. Ich beiße in den sauren Apfel und ziehe für die 17% Gebühr Geld am Automaten. Dann tanke ich noch Tank und Kanister voll, bezahle das Hostel, verfranse mich gehörig beim Versuch die Stadt zu verlassen und bin um etwa 10:30 Uhr schließlich doch Mal endlich unterwegs.

Dann wieder Dienst nach Vorschrift. Durch endlos weite erdfarbene Prärie brettere ich der chilenischen Grenze entgegen. Etwas Sonne spickelt immer wieder Mal durch eine ansonsten dichte Wolkendecke. Wind geht fast keiner. Eine willkommene Abwechslung. Kalt ist es bei 13 Grad Höchstwert trotzdem.

Nach etwa 60 km erreiche ich dann leicht angefroren aber bei noch gut auszuhaltenden Temperaturen die Grenze. Auch diese ist wie gewohnt schlank organisiert. Zoll und Immigration beider Länder im selben Gebäude nebeneinander angeordnet. Wegen des hohen Menschenaufkommens zieht es sich aber heute trotzdem sehr.

Um Seuchen und Schädlingsbefall vorzubeugen ist die Einfuhr von Obst, Gemüse und Fleisch von Argentinien nach Chile nicht gestattet. Wie ich leidvoll erfahren muss, als ich direkt vor dem finalen Grenzübertritt meine jeweils letzte verbliebene Paprika, Tomate und Zwiebel abgeben muss. Schöne Scheiße. Werde ich hoffentlich in meinem heutigen Tagesziel Cerro Sombrero nachkaufen können.

Im Grenzrestaurant habe ich mir dann gerade eine herzhafte Suppe bestellt, um mich für den Weiterritt gut aufzustellen, da zieht eine Schlechtwetterfront von Argentinien in Fahrtrichtung auf uns zu. Insgeheim tut es mir für die Umsitzenden anderen Gäste leid, aber wie ein Schwein fresse ich gegen das Nasswerden an und deshalb die Suppe und alles was noch dazugeliefert wird in mich rein. Ich zahle, springe auf und schieße bei gerade einsetzendem Regen vom Hof. Nur ein paar Minuten währt der Regen, denn er zieht ja wie ich in dieselbe Richtung. Ich bin aber schneller und entwische ihm daher. Vorerst.

Denn er sollte mich im Laufe der nächsten 60 Kilometer noch einige Male mit kurzen Schauern erwischen. Diese kommen nicht unerwartet. Meist sehe ich sie bereits Kilometer entfernt. Meist handelt es sich aber eben auch nur um kleine Wolkenfelder, die ich daher beschließe schnell zu durchfahren.

Nach jenen erwähnten 60 semitrockenen Kilometern hört dann die Straße plötzlich auf. Und von da wo sie wieder weiterginge, davon trennen mich etwa 10 km Meer.

Wie gut aber, dass zwischen diesen beiden Ufern den ganzen Tag eine Fähre pendelt und ich gerade nicht einmal warten muss, sondern sofort nach Ankunft auf die gerade frisch angelandete Fähre auffahren kann.

Und was ist das für ein Luxus-Dampfer, liebe Kreuzfahrtfreunde. Aida Clubschiff für Arme. An Deck gibt es ein beheiztes Bordrestaurant…

…dazu saubere Toiletten und gemütliche Sitze. Ich, der ich hauptsächlich in Asien schon jede Menge grausam schäbige Nussschalen gefahren hatte, hatte erwartet, dass hier ein dicker Chilene in Unterhemd mit Kippe im Mundwinkel ein Bambusfloß an einem Seil über die Meerenge zieht. Aber sowas? Mann Mann Mann, nobel geht die Welt zu Grunde.

Ich lasse mir einen Kaffee raus und wärme mich in erwähntem Bordrestaurant mit Blick auf Bertl schön auf.

Eigentlich aber gar nicht nötig. Denn beim Verlassen der Fähre kennt der Himmel nur noch eine Farbe: Blau. Dazu ist die Sonne draußen und es windet nur mäßig. Aber es könnte Katzen hageln. Es wäre mir vermutlich in diesem Moment scheißegal. Denn für mich, der sich mit der Geografie hier unten bis heute null befasst hat, steht da plötzlich dieses Schild und verkündet mir, dass ich nun offiziell auf feuerländischem Grund unterwegs bin. Ein weiterer Meilenstein.

Weitere vierzig Kilometer stumpfen Geradeausfahrens später, erreiche ich den 800-Einwohner-Pueblo Cerro Sombrero, wo ich heute aus strategischen Gründen bleiben möchte. Der Pueblo verfügt über einen gratis Campingplatz ohne Scheißhaus, Strom, WiFi oder Duschen. Also alles was man noch so zu einer 5 Grad kalten Nacht dazubraucht.

Der Pueblo verfügt aber ebenso über eine Menge grüne Wiese um die Touristeninformation herum. Außerdem sind hier die vermutlich besten öffentlichen Toiletten der Welt mit sauberen Schüsseln und einer Duschkabine mit separater Heizung und gratis WLAN verfügbar. Nach etwas bitten und betteln stimmt der zuständige Mitarbeiter zu, dass ich mein Zelt auch hier aufschlagen kann. Ich puste durch. Das war wichtig.

Ich scheitere beim Versuch in der Folge noch etwas Gemüse aufzutun und finde mich mit Salami, etwas Brot und einer Zwiebel als Abendessen ab. Nur etwas für echte Feinschmecker.

Die Leute hier unten sehen zwar haufenweise Touristen, aber mit meiner Bertl bin ich egal wo ich hinkomme der Hingucker. So etwas sieht man auch hier selten. Und so führe ich wieder vielfach dieselbe Unterhaltung wie schon die letzten Wochen, beantworte geduldig dieselben Fragen und stehe für Fotos bereit. Umgekehrt widerfährt mir dadurch aber auch viel Positives.

Wie der Straßenbauer, der abends auf dem Nachhauseweg nochmal schnell anhält, um mir einen Hammer zu leihen, während ich gerade meine Zeltheringe mit einem Stein im Boden versenke. Oder ein Anderer, der am nächsten Morgen auf den Parkplatz neben meinem Zelt fährt, mich heranwinkt und mir kommentarlos zwei Sandwiches und eine Dose Sprite in die Hand drückt. Para ti, für dich. Starke Aktion.

Road to Rio Grande

Dank dieser Sandwiches komme ich auch darum herum draußen im heute bereits morgens üblen Wind meine Rühreier zu machen. Ein Geschenk des Himmels nach einer komplett durchfrorenen Nacht bei 5 Grad und die ganze Nacht anhaltendem Wind, der mir voll ins Zelt geblasen hatte. Zwei Isomatten, zwei Schlafsäcke. Und trotzdem kalt. Kann nun eigentlich nur noch am Zelt oder an mir liegen…

Ich wärme mich noch etwa bis um zehn Uhr im öffentlichen windgeschützten Luxusscheißhaus auf und hoffe, dass sich die Witterung etwas verbessert. Aber ohne Erfolg. Es ist grau, nieselt, windet heftig und es ist nicht wärmer als 8 oder 9 Grad. Aber ich will hier auch nicht mehr ewig warten und starte daher dick eingepackt die Triebwerke.

Gerade einmal 30 Kilometer kann ich so raspeln, ehe trotz Lenkerstulpen und Innenhandschuhe die Hände so kalt sind, dass ich anhalten muss und diese hinter Bertl als Windschutz kauernd am Auspuff wärmen muss.

Als die Flossen wieder ansatzweise Betriebstemperatur haben, quäle ich mich weiter. Die kurvige Straßenführung bedingt, dass ich Wind von allen Seiten abbekomme. Mal ballert er mir frontal entgegen, so dass ich mich möglichst klein machen muss auf dem Hobel. Mal habe ich sogar etwas Rückenwind und baue mich auf Bertl auf und nutze meinen durchtrainierten überdurchschnittlich breiten, perfekt umgekehrt pyramidenförmigen Schwimmerrücken als Segel. Im Normalfall drückt der Wind aber seitlich und mich daher entweder an den Straßenrand oder Richtung Gegenfahrbahn.

Weitere 20 km bringe ich so hinter mich, ehe glücklicherweise am Straßenrand mitten im Nirgendwo ein sogenanntes Refugio auftaucht. Gebaut vom chilenischen Staat, stehen von nun an alle paar Kilometer diese winzig kleinen Holzhütten am Straßenrand. Doppelt verglaste Fenster, ein kleiner Ofen in der Ecke und mit Stockbett und Scheißhaus ausgestattet, können diese entweder als kurzzeitiger Windschutz dienen oder für alle frei zugänglich als Übernachtungsgelegenheit. Steile Sache Chilenos, muy bien.

Ich wärme mich ein paar Minuten darin auf und fahre weiter, als ich meine Finger wieder spüre.

Weitere genau 30 km bis zum nächsten, dieses Mal übel stinkenden Refugio schaffe ich. Verfluchte Jauche denke ich mir, das kann echt übel werden, als ich da so im Gestank stehe und per Hampelmann wieder versuche warm zu werden.

Doch dann kommt es anders: Denn ab hier ändert sich die Fahrtrichtung von südlich nach westlich Richtung Küste. Und bis zur chilenischen Grenze nach etwa 110 km genieße ich eine fast windstille und damit plötzlich auch temperaturtechnisch aushaltbare Fahrt.

Aber dann gleich wieder ein Rückschlag. Der Wind, dieses verfluchte Arschloch unter den Wetterphänomen ist auf dem Parkplatz des chilenischen Grenzpostens so stark, dass er die auf dem Hauptständer auf topfebenem Teer abgestellte Bertl umbläst, während ich auf dem Weg in das Gebäude bin. Vespafahrer werden wissen, was es braucht um eine Vespa umzuwerfen. So viel als Indikator zur Windstärke.

Bertl fällt auf die bislang unzerkratzte Seitenhaube und hat nun Gefechtsnarben auf beiden Seiten. Das ärgert mich tatsächlich sehr. Vor allem weil es nicht durch einen Sturz, sondern so etwas vermeidliches kam. Ich bitte die chilenischen Carabineros um eine Sondererlaubnis Bertl im windgeschützten Bereich direkt vor dem Gebäude abzustellen und bekomme nicht nur jene Erlaubnis, sondern auch einen heißen Kaffee serviert. Im Gegenzug für ein paar Minuten meiner Zeit und ein Foto mit den Jungs. Müßig zu erwähnen, dass das nicht die Standardbehandlung ist, sondern mir nur zu Teil wurde, weil ich mit Bertl unterwegs bin.

Ich erledige in der Folge die chilenischen Grenzformalitäten und stelle dann den beim Umfaller verbogenen Lenker meiner Lady wieder gerade.

Auf dem Weg durch Niemandsland zur 14 km entfernten argentinischen Einreise über Schotter und Dreckpiste, sehe ich wie noch weitere Motorradpiloten mit umgeblasenen Mopeds zu kämpfen haben. Das lindert etwas meinen eigenen Ärger über Bertls neueste Schramme.

Am argentinischen Grenzposten parke ich Bertl dann strategisch im Windschatten eines parkenden LKW etwas weiter weg und erledige im Hasengang die Formalitäten.

Hinter der Grenze jedoch herrscht merkwürdigerweise weniger Wind. Und weil Bertl irgendwie geil klingt, weil ich endlich vollsynthetisches Öl fahre und weil dieser, inzwischen an neun Stellen mit Schleifpapier bearbeitete Kolben eigentlich nirgends mehr klemmen kann, scheiße ich auf den Pausenrhythmus und fahre die verbleibenden 80 km durch bis in die etwas größere Stadt Rio Grande.

Dieser verdammte Klingel-Kolben, der klingt, als wäre mir eine 22er-Nuss ins Kurbelwellengehäuse gefallen, der mir aber trotzdem geballte Kompression liefert. Ja dieser Kolben wird mich nicht nur nach Ushuaia tragen, sondern auch wieder nordwärts. Wenn es sein soll, bis Kanada. Ich habe ein gutes Gefühl.

Als ich in Río Grande im günstigsten Hostel der Stadt ankomme, zahlt es sich ein weiteres Mal aus, dass ich mit einer winzigen Vespa unterwegs bin. Denn nachdem ich mangels Parkplatz schon nach einer Alternative suchen gehen will, passt Bertl, auch zum Erstaunen des Hostelmanagers, der das zum ersten Mal macht, mit abgenommenen Seitenhauben durch die Haustüre, den gesamten Flur und schließlich in den Vorratsraum, wo sie die Nacht verbringt.

Und ich nach der kalten letzten Zeltnacht und Aussicht auf eine weitere solche, auch lieber in einem warmen Hostelbett.

Road to Ushuaia

Und dann wache ich am nächsten Morgen auf. Und es ist eigentlich ein gewöhnlicher Freitag im Januar. Aber irgendwie ist da mehr. Denn das ist auch der Tag, an dem ich diesen Teilabschnitt meiner Reise zu Ende bringen werde. An dem ich hoffentlich die südlichste Stadt der Welt erreichen werde. Eine merkwürdige Anspannung befällt mich. Irgendwie ist es surreal wie schnell nun doch dieser Tag kam. Hier bin ich, in Río Grande, kurz vor dem Arsch der Welt. Sozusagen schon in der Kimme der Welt. Bereit einzutreten.

Aber schon während ich Bertl startklar mache, weicht die Anspannung einer gehörigen Portion Extra-Motivation. Die Sonne ist draußen und kein Anzeichen von Wind. Das genaue Gegenteil des gestrigen Starts. Die Vorzeichen stimmen also.

Mit Verlassen der Stadttore Rio Grandes hat sich das mit der Windstille zwar erledigt, dank Sonne am Himmel lässt sich aber die Zeit bis zum ersten Mal Hände wärmen am Auspuff bis 50 km ausdehnen.

Den nächsten Stopp mache ich nur ein paar Minuten später. Mit einem Staunen im kalten Gesicht. Denn nach Tausenden Kilometern ödester Steppe, ändert sich mit einem Schlag die Landschaft und am Horizont tauchen Berge auf. Mit Schnee.

Davon gepusht reiße ich die nächsten 50 km runter, ehe ich mich in der Stadt Tolhuin in einer Bäckerei bei Moccacino und Vanilla Latte eine halbe Stunde lang komplett aufwärme. Es ist noch nicht einmal 12 Uhr und Ushuaia nur noch etwa 100 km weg.

Als ich mich dann an diese mache, fühlt es sich irgendwie wie die Ehrenrunde nach meinem Rennsieg in Bogotá an. Die eigentliche Anstrengung ist vorbei. Das ist jetzt nur noch Schaulaufen. Auch das Wetter macht bei nur mäßigem Wind, Sonnenschein und annehmbaren 13 Grad mit. Jedes Schild mit Distanzangaben bis Ushuaia feiere ich hart ab. Ich juble in meinem Helm, stehe auf und „springe“ sozusagen auf Bertl vor Freude. In diesem Moment würde ich mit Anlauf in einen Tornado fahren, wenn auf der anderen Seite die Straße ans Fin del Mundo weiterginge.

Ich habe diese Beschreibung schon ein paar Mal benutzt, aber noch nie war es so zutreffend, wenn ich sage, dass sich die Kilometer heute von selbst fahren. Entlang von Seen und schneebedeckten Gipfeln passt heute wirklich alles. Was ein Abschluss.

Und dann ist es plötzlich da. Ein paar Kilometer früher als erwartet sogar. Das Schild, das bescheinigt, dass ich es geschafft habe.

139 Tage und 15.735 Kilometer nachdem ich in der brütenden Hitze Kolumbiens gestartet bin, bin ich am anderen Ende des Kontinents in der Kälte angekommen. In der südlichsten Stadt der Welt. Vier Mal näher an der Antarktis als am Äquator.

Vergessen in diesem Moment mein erster Unfall in Bogotá, die Lebensmittelvergiftungen, die korrupten Cops in Ecuador, die peruanischen LKW-Psychopathen, der Sturz in Argentinien, die zermürbenden tausenden chilenischen Wüstenkilometer und das ständig sämtlichen denkbaren Umweltzuständen ohne Schutz ausgeliefert sein. Von extremer Hitze bis klirrender Kälte über Wind, Regen und sogar Hagel. Alles egal.

139 Tage. Das sind nur knapp mehr als vier Monate. Aber vier der irgendwann darauf zurückblickend wahrscheinlich prägendsten meines Lebens. Dies ist zwar nur das Ende eines Abschnittes dieser gesamten Reise, die ja noch über Tausende Kilometer weitergehen soll. Und doch fühlt es sich an wie eine gute Gelegenheit für ein Zwischenfazit. Was habe ich nicht alles über mich gelernt. Ich spreche nicht von Spanisch oder Vespatechnik, auch wenn auch das auf der Haben-Seite steht.

Viel wertvoller ist, was ich über meine eigenen Grenzen oder eher Möglichkeiten gelernt habe. Es gab zähe Momente. Schon bevor Mutter Natur mich zu ihrem Spielball gemacht hatte. Stundenlang (weit über 300 Stunden reine Fahrtzeit) alleine auf der Reuse sitzen, ohne die Möglichkeit sich abzulenken. Alleingelassen mit seinen Gedanken. Das kann sehr positives bewirken, kann einen aber auch verrückt machen. Speziell wenn man dann gegen abends sein Nachtquartier als einziger Gast in einem Truckerhotel neben dem Highway oder im Zelt hinter einer Tankstelle aufschlägt und sich auch weiterhin soziale Kontakte auf den Check In beschränken.

Aber für mich kam der Moment, in dem ich zwar noch alleine, aber nicht mehr einsam war. Im dem ich zwar weiterhin zwischendurch ein gutes Gespräch genossen habe, ich aber bereits realisiert habe, dass ich am besten alleine funktioniere. Die Stunden auf dem Roller und die Zeit nachzudenken führten plötzlich zu den besten Ideen meines Lebens und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, erst einmal mit sich selbst zurecht zu kommen, bevor man sich über die Beziehungen zu anderen Menschen Gedanken machen kann.

Bis kurz vor Schluss hatte ich keinen Gedanken daran verschwendet aufzugeben und selbst als sich dieser kurz eingeschlichen hatte, habe ich ihn mit dem gedanklichen M16 über den Jordan geblasen. Hätten sich mir zum Anfang dieses Trips die Bedingungen geboten, mit denen ich zum Ende konfrontiert war? Ich wäre schneller eingeknickt, als ihr „eingeknickt“ überhaupt sagen könnt.

Aber der Verlauf der Strecke, genau so wie er letztlich war, hat mich langsam darauf vorbereitet und mich ohne, dass ich es gemerkt hätte, mental stärker, wenn auch körperlich schwächer werden lassen und mich entlang vieler unvorhergesehener Ereignisse genau dorthin geführt, wo ich immer hin wollte.

Ushuaia.

Fin del fucking Mundo.