Tage 175, 176, 177 und 178: Vier Tage im Enddarm der Welt

Junge, Junge, Junge, danke für sämtliche Glückwünsche und Gratulationen zum Abschluss der Mission Ushuaia. Und was wurde ich nicht alles gefragt, wie es denn nun weitergeht für mich und meine eiserne Lady.

Die Antwort ist einfach: Der Enddarm der Welt ist erobert. Weiter rein geht’s nicht mehr. Also wieder raus. Und ans andere Ende. So in etwa:

Eine feste Route gibt es aber wie üblich nicht. Denn es soll ja auch hin und wieder mal noch was ordentlich ungeplant in die Hose gehen.

Und noch bin ich also in Ushuaia. Ich nehme mir für den heutigen Samstag, 11. Januar absolut nichts vor, lege lange etwas die Füße im Hostel hoch, wandere schließlich noch ein wenig durch das fast rundum von Bergen eingekesselte Ushuaia…

…und kaufe planlos ein paar Sachen ein, von denen ich denke, dass ich sie in den kommenden Tagen noch brauchen werde können. Bremsenreiniger und Lappen um Bertl ordentlich sauber zu machen, Spanngummis, wenn auch ohne Haken und derlei Dinge. Hier in Ushuaia möchte ich vor Aufbruch nach Norden noch eine mittelgroße Inspektion durchführen. Dafür auch der Bremsenreiniger. Wichtig hierfür aber, dass das bereits vor vier Tagen in Buenos Aires bestellte (und bezahlte) Paket mit neuen Zylinderstehbolzen und allerlei Dichtungen zeitig hier ankommt.

Später schlendere ich bei leichtem Nieselregen etwas an der Promenade entlang und bemerke die unzähligen Denk- und Mahnmäler, die an den 1982 (Bertls Geburtsjahr) hier in der Region stattgefundenen Falklandkrieg erinnern.

Hauptsächlich liest man hierzu, wo man auch hinblickt, Sprüche wie las Malvinas fueron, son y siempre serán argentinas, die Falklandinseln waren, sind und werden immer argentinisch sein. Das animiert mich dazu, mich neben eines der Denkmäler auf eine Bank niederzulassen und etwas über diesen mir bislang nur vom Namen her bekannten Krieg nachzulesen.

Die Falklandinseln sind eine Inselgruppe im Atlantik, östlich des argentinischen Festlandes. Offiziell gehören sie seit ein paar hundert Jahren zum Vereinigten Königreich. Mindestens genau so lange beansprucht aber auch schon Argentinien die Inselgruppe. Die Bewohner der Falklandinseln wollen und wollten auch schon zu Zeiten des bewaffneten Konflikts die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich.

Das schreckte Argentinien nicht davon ab 1982 Tausende Soldaten auf die Falklandinseln zu bringen, in der Hoffnung England würde den Aufwand scheuen, einen Krieg im Südatlantik, tausende Kilometer von der Heimat entfernt, zu schlagen. Klassisch verzockt. Denn England war nicht bereit die Inseln einfach abzuschenken und drei Monate später war daher auch schon wieder Schluss mit Krieg spielen. Die Inseln gehörten weiter zu UK und die Niederlage bedeutete gleichzeitig das Ende der Militärjunta in Argentinien.

Je mehr ich über diesen Konflikt lese, desto verwirrter werde ich. Speziell bei den Ausführungen zum argentinischen Besitzanspruch sitze ich irgendwann völlig verloren am Ufer des Beagle-Kanals, der die südliche Grenze der Stadt Ushuaia formt. Mir erscheint das alles sehr an den Haaren herbeigezogen. Viel Sinn macht für mich aber auch nicht, dass die Briten hier unten im Südatlantik ein Stück Land besitzen müssen.

Andererseits darfs behalten, wers findet, egal wo er es findet. Ich möchte auch mein eigenes Stück Land behalten dürfen, würde ich denn eines entdecken, das noch niemandem gehört. Ich möchte dort meinen eigenen kleinen Schurkenstaat errichten dürfen und als Kaiser Norbert, der Erste, meine Schreckensherrschaft führen, unabhängig davon, wo das entdeckte Land liegt. Alles nicht so einfach also. Wie will diese scheiß Welt denn den Nahostkonflikt lösen, wenn sie nicht mal den Falklandkonflikt auf die Kette kriegt…

Was kann ich sonst über Ushuaia sagen? Jeden Tag ankert im Hafen ein anderer Kreuzfahrtriese und der Chanel-Handtaschen-Bogner-Jacken-Index, ein von mir entwickelter Indikator zur Feststellung der Nobelschröderhaftigkeit eines Ortes, markiert mit 9,7 von 10 möglichen Punkten einen neuen Höchststand.

So richtig passe ich mit meinem verwahrlosten Erscheinungsbild nicht in die betriebsamen Gassen Ushuaias. Auch die Preise dieser nicht über Land erreichbaren Stadt liegen eher in einem für die vor Anker liegenden russischen Oligarchen und schweizer Großunternehmer gewohnten Segment. Den Charme des kleinen Fischerdörfchens hat diese inzwischen mit Duty Free und Outdoor-Shops vollgepflasterte Stadt längst verloren.

Die Architektur ist entsprechend sonderbar. Bunte Holzhäuschen neben baufälligen Betonklötzen und nagelneuen architektonisch interessanten Hotels. Wäre der urdeutsche Bebauungsplan eine Person, hier würde er bittere Tränen vergießen, ob dieses Chaos.

Aus meiner Sicht zusammengefasst ist die Stadt Ushuaia selbst ein touristisch ausgeschlachtetes nicht sonderlich reizvolles Stückchen Erde. Bietet mir aber durch die zahlreichen Einkaufszentren und Shops eine gute Gelegenheit zur Besorgung sonst schwer erhältlicher Artikel, die ich in den folgenden Tagen auch noch besorgen werde.

Zunächst breche ich aber am Sonntagmorgen mit Bertl in den 15 km westlich der Stadt und kurz vor Chile gelegenen Nationalpark Tierra del Fuego auf. Zwar hätte ich Bertl gerne vor dem Rüttelritt über die nicht asphaltierten letzten Kilometer der Ruta Nacional 3 bewahrt. Beim Taxipreis von fast EUR 60,- für Hin- und Rückfahrt passe ich aber.

Angekommen im Park, lasse ich Bertl auf dem Parkplatz zurück und mache ich mach an den von mir ausgesuchten anspruchsvollsten Trek des Parkes. Den Pfad auf den Cerro Guanaco.

Etwa eine Viertelstunde geht es in der Ebene entlang eines Sees mit Gletscherursprung…

…bevor der Weg nach rechts in den Wald abbiegt und steil nach oben geht. Ohne wirkliche Pause und mit kaum Gewicht auf dem Rücken ziehe ich den Berg hoch.

Kurz nach Überschreiten der bei ca. 600 Meter liegenden Baumgrenze folgen ein paar hundert Meter durch mindestens knöchelhohen Sumpf, dem ich nur durch etliche Sprünge von Wurzeln auf Steine oder winzige Stückchen festen Bodens dazwischen ausweichen kann.

Dann aber führt der Weg durch ein Geröllfeld, vorbei an Schneefeldern…

…den letzten Kilometer bei knackigen 20% Steigung auf den Gipfel auf 957 Höhenmetern. Und das Panorama entschädigt für die etwas schnellere Atmung.

1:58 h nach Passieren des Schildes, das den Anstieg auf 4 Stunden beziffert hatte, genieße ich vom höchsten, windigen Punkt ein Panorama der Extraklasse. In Richtung Süden Ushuaia mit seinem Flughafen auf der vorgelagerten Halbinsel…

..in die andere Richtung der Gletschersee und eine Lagune vor einer eindrucksvollen Gebirgskette.

Ich esse meine vom Vortag übrige Pizza in einem windgeschützten kleinen Versteck mit Blick auf Ushuaia und renne danach dieselbe Strecke wie beim Aufstieg hinunter. Ein schwerer Fehler, der mich die kommenden Tage mit Muskelkater aus der Hölle bestrafen sollte.

Merkwürdigerweise springt Bertl vor der Rückreise erst an, als ich die etwas nass scheinende Kerze getauscht habe. Zeit zum Nachdenken über die Ursache bleibt nicht viel. Denn zurück im Hostel reicht diese gerade noch aus, mich zu duschen ehe mich bereits die Nachricht meines ehemaligen Kommilitonen Maurice erreicht, in der er mich über das Eintreffen von ihm und seiner Freundin Daniela in Ushuaia informiert. Nicht nur hat Maurice in seinem Reisegepäck die inzwischen Berühmtheit erlangt habende Flasche Asbach. Sondern die beiden haben mir auch noch angeboten in ihrem gebuchten Airbnb-Apartment unterzukommen. Feiner Zug.

Und so liegen wir uns schon wenig später in deren Apartment in den Armen. Dass das alles so geklappt hat, ist an Zufall nicht zu überbieten. Vor Wochen hatte mich Maurice zwar über deren Reiseplan in Kenntnis gesetzt. Die Strategie war aber wegen der absoluten (Achtung Neologismus) „Unplanbarkeit“ meiner Reise, einfach nach meinem Schema weiterzumachen. Sofern es das Schicksal will, kreuzen sich unsere Wege. So die Strategie. Und mit jedem Tag, der verging, wurde ein mögliches Treffen in Ushuaia wahrscheinlicher und irgendwann kam der Moment, ab dem ich ja gezielt auf eine Ankunft vor dem 12. Januar hingearbeitet hatte. Und heute ist er also da, dieser 12. Januar. Und wir alle gleichzeitig in Ushuaia. Geilon.

Bevor wir den mitgebrachten edlen Tropfen entkorken, schmieden wir noch kurz Pläne für den morgigen Tag, der dann wenig überraschend nochmal in den Nationalpark führen soll. Dann aber im eigenen, letzten verfügbaren Mietwagen, den wir wiederum mit enormem Glück am Abend noch schnell für den nächsten Morgen reservieren.

Und als diese Hausaufgaben, einschließlich Abendessen, dann endlich erledigt sind, geht es an das Highlight. Gütig, wie meine Gastgeber sind, gebührt mir die Ehre, den hessischen Tropfen aus Rüdesheim am Rhein zu entkorken.

Voller Genuss gönnen wir uns dann die 700 ml feinsten Brandes mit Cola und Zitrone…

…und entsteigen entsprechend mit der Visage eines professionellen Erschreckers in der Geisterbahn aus unseren Kojen. Ansonsten halten sich die Katersymptome in Grenzen. Vermutlich der Lohn jahrelangen harten Trainings an der Gix-Front.

Der nächste Morgen beginnt mit der Hiobsbotschaft, dass mein Buenos Aires-ischer Teilehändler mein benötigtes Paket noch immer nicht versendet hat. Angeblich aufgrund von Problemen bei der Abholung meiner Zahlung in einem der hunderten Western Union Standorte in Buenos Aires. Die zwei Tage dauernde Lieferung per Flugzeug fiele also auf den 15. und damit meinen geplanten Abfahrtstag. Nur aber, sofern der bislang nicht gerade durch Zuverlässigkeit glänzende Händler das Paket dann heute auch endlich absendet.

Die Laune lasse ich mir hiervon aber nicht verderben. Im Gegenteil. Die könnte nicht besser sein. Denn gemeinsam mit Maurice und Daniela, wollen wir drei Hübschen ja heute den Nationalpark erkunden.

Unser Weg führt per Auto von einem Aussichtspunkt oder Trek zum nächsten. Wir sehen Lagunen, Moore, Bergketten, den Tren del Fin del Mundo und das vermeintlich südlichste Postamt der Welt, das den Fakt ignoriert, dass dieses eigentlich im noch weiter südlich gelegenen chilenischen Puerto Williams liegt.

Knappe 14 km spazieren wir an diesem Tag. Anfühlen tut es sich nicht danach. Wahrscheinlich weil ich nach langer Zeit mal wieder viel abgelenkt war und gelacht habe, statt das alles alleine abzuwandern. Für eine ausreichende Bettschwere sorgt der Tag nach dem gemeinsamen Abendessen trotzdem.

Für den nächsten Vormittag haben wir an Danielas Geburtstag eine Bootstour durch ein Stück des Beagle-Kanals geplant, der im Süden in einer schön waagerechten Linie Argentinien vom chilenischen Kap Horn trennt. Denn Ushuaia ist zwar die südlichste Stadt der Welt, aber noch lange nicht die südlichste Landmasse der Welt vor der Antarktis.

Und so borden wir um kurz nach 9 den Dampfer, der uns heute durch das 3 bis 9 Grad kalte Wasser schippern soll. Wir sehen an einem ersten Stopp eine Insel (Steinhaufen) voller Kormorane und kleinerer weißer Vögel, deren Namen ich nicht aufschnappen kann.

Auf der Weiterreise durch den bis zu 300 Meter tiefen Graben machen wir als nächstes Halt an einer Insel (Steinhaufen 2) voller Seelöwen. Da der Kapitän die Nussschale relativ nahe an die Kolonie heransteuert, können wir genau beobachten wie die Seelöwen von den Felsen rutschen, sich anschreien oder sich auch mal gegenseitig eins mit der Flosse über den Helm ziehen. Besonders beeindruckend, das im Zentrum thronende Männchen der Kolonie, gefühlt fünf Mal größer als sämtliche anderen seiner Artgenossen auf der Insel. Einzig logische Erklärung ist, dass der Kawenzmann den März 2011 vor der japanischen Küste in einer Präfektur namens Fukushima verbrachte und dabei mal etwas zu tief in den Kernreaktor geschaut hat.

Für Stop Nummer drei umkreist der Kutter den etwas mehr als 100 Jahre alten Leuchtturm von Ushuaia…

…und führt dann noch auf eine der begehbaren letzten Inseln Argentiniens vor der chilenischen Grenze. Eine der Inseln, die vor Ankunft der Europäer hier von bis zu 3.000 Einheimischen bewohnt wurde. Kaum zu glauben, ob der Kargheit dieser Inseln und der Schutzlosigkeit der Inseln vor Umwelteinflüssen. Schon heute ist es frisch und windig. Und wir sind hier im zwei Monate andauernden Sommer.

Mit Fischerei und Feuer haben es die Einheimischen hier aber wohl geschafft ganz gut zu überleben. Die hunderten Lagerfeuer entlang der Küste um ihre Unterschlüpfe herum waren es im Übrigen auch, die Magellan vor exakt 500 Jahren dazu veranlasst haben, diesem Teil der Erde den Namen Feuerland zu verpassen.

Ein überraschend interessanter Trip, wie er von der Beschreibung im Büro des Tour-Unternehmens gar nicht unbedingt zu erwarten war. Einziger Wermutstropfen: Unterwegs erfahre ich, dass mein Paket noch immer nicht abgesendet wurde. Daniela bringt mich auf die Idee das Ding stattdessen dann eine Tagesetappe weiter nördlich in die letztmögliche argentinische Stadt vor der chilenischen Grenze senden zu lassen. Dadurch würden wir einen Tag gewinnen und ich müsste nicht ohne Ersatzzylinderstehbolzen die weite Rückreise antreten. Die Wut über die Unzuverlässigkeit des leider einzigen Vespateilehändlers in Argentinien lässt mir aber inzwischen den Kamm schwillen. Denn auch dieser Plan funktioniert ja nur, wenn er denn wenigstens heute im Laufe des Tages das scheiß Paket noch absendet.

Ich verdränge den Gedanken, als ich mir mit einem Friseurumhang aus dem Spiegel entgegenschaue. Denn trotz aller Beteuerungen meiner beiden Mitreisenden, dass es „sooooo schlimm doch nicht aussehe“ beschließe ich dann abends doch noch nach Monaten mal wieder zu einem richtigen Friseur und Barbier zu gehen und lasse mich wieder etwas zurechtstutzen. Ay, war das nötig.

Wir gehen dann, um Danielas Geburtstag zu feiern, noch pikfein essen und dann ist er auch schon rum. Der letzte ganze gemeinsame Tag mit Maurice und Daniela.

Denn am nächsten Morgen dappen wir lediglich noch gemeinsam zu einem der zahlreichen Duty Free Shops Ushuaias, in dem die beiden am Vortag die von mir so lange gesuchte GoPro Actioncam gesehen hatten. Bis dato hatte ich in ganz Argentinien lediglich billige chinesische qualitativ minderwertige Action Cams oder original GoPros mit ca. 150(!)% Preisaufschlag entdeckt. Umgerechnet EUR 550,- statt der regulären EUR 215,- in Mendoza zum Beispiel. Eine Online-Bestellung wäre ebenfalls nur für Chile in Frage gekommen, da in Argentinien der Warenpreis nochmal in Zöllen zu entrichten gewesen wäre. Seit Wochen hatte ich deshalb ein Hostel in Chile gesucht, das ein Paket für mich empfangen könnte. Ebenfalls ohne Erfolg. Und als ich nun fast schon aufgegeben hatte, erzählen mir die beiden von der GoPro im Duty Free Shop, die tatsächlich zum regulären Preis erhältlich ist. Ich befolge die Ribery-Taktik und überlege nicht lange und schlage einfach zu.

Zurück am Apartment von Maurice und Daniela richte ich mit der Hilfe der beiden noch kurz meine neue Kamera im Regenschutz des Parkhauses des Apartments ein. Dann machen sie sich auf den Weg zu ihrem Hotel für deren letzte Nacht in Ushuaia. Und ich bleibe alleine zurück. Die letzten Tage waren genial. Dank der beiden hatte ich nicht nur ein richtig echtes Bett in einem Raum ohne schnarchende oder besoffene Zimmerkollegen, sondern auch Ablenkung und einiges zu lachen. Aber nun: Zurück in den lone wolf mode.

Ich sitze also noch ein paar Minuten da, starre in den feuerländischen Regen und auf mein Handy, wo der Wetterbericht nicht viel Hoffnung auf ein schnelles Ende desselbigen macht und organisiere mir schließlich über die Kontakte einer Art Motorradcouchsurfinggruppe ein Bett in einem Hostelgemeinschaftszimmer zu einem für Ushuaia normalen Preis von etwas unter EUR 20,-. Der Plan zum heutigen Aufbruch also verworfen. Bringt ja nichts. Und Zeitdruck habe ich (noch) keinen.

In jenem Hostel also angekommen, finde ich auf meinem Handy eine weitergeleitete Nachricht des bislang eher so semi agierenden Teilehändlers in Buenos Aires, aus der ich irgendwie herausdechiffriere, dass mein Paket nun entgegen der von ihm schriftlich bestätigten Absprache zur Sendung nach Rio Grande, doch nach Ushuaia gesendet und dort bereits in der Postfiliale angeliefert wurde. Per Taxi (aufgrund des Regens) schippere ich also genau dorthin und nehme tatsächlich mein Paket entgegen.

Und obwohl ich die Arbeiten im Regen und Wind auf der Straße erledigen müsste, schaffe ich es mich dazu aufzuraffen die angelieferten Teile einbauen zu wollen. Doch das letzte Kapitel in der Horrorgeschichte mit dem Teilehändler gibt meiner Motivation den Gnadenstoß, als nämlich gleich das erste Teil, der Vergaserwannengummi, nicht passt, weil er für ein anderes Modell (SI 24) ist. Ich ziehe mich fluchend in mein Hostel zurück und verbringe den restlichen verregneten Tag damit meine neue Kamera besser kennenzulernen und zu verstehen.

Denn morgen soll es wieder zurück auf die Straße gehen. Den Kompass dieses Mal auf Norden eingestellt und mit ganz viel, auf fast 16.000 Kilometern klassisch per Überweisungsträger bezahltem Lehrgeld auf dem Lehrgeldgiro. Und die Motivation ist ungebrochen. Ich kann kaum erwarten zu erfahren, welche Geschichten und Menschen die Tausenden Kilometer auf diesem nächsten Teilabschnitt für mich bereithalten. Danke an alle, die dabei waren. Und auf zu neuen Ufern.

Gehen wir es an.

1 Antwort zu “Tage 175, 176, 177 und 178: Vier Tage im Enddarm der Welt”

  1. Ok, du Entdecker des „Lagerfeuerland“ Kopf hoch und weiter geht’s.

    Ich werde dir auch die nächsten 16000 km folgen. Ich freue mich schon auf die Berichte deiner Begegnungen und den Erlebnissen auf deinem Weg gegen Norden.

    Gruß Thomas

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