Tage 279 bis 294: Irgendwas mit Corona

Mahlzeit in die Runde, „ich hoffe es geht allen gut“, und „bla bla bla, irgendein Corona-Quarantäne-Bullshit“. Im Zusammenhang mit meinem 20. Geburtstag vor wenigen Tagen, habe ich eine Vielzahl Geburtstagswünsche, mit gleichzeitiger Aufforderung mal wieder etwas zu schreiben, erhalten. Dabei weiß ich doch gar nicht worüber AMK

Und in Wahrheit schreibe ich eigentlich sogar ständig. Aber halt anderweitig. Nämlich irgendwelche SEO-optimierten Scheißtexte für Webseiten, die kein Schwanz jemals in seinem Leben besucht. Warum ich das mache? Weil man mir dafür 1,3 Cent pro Wort bezahlt. Und so habe ich inzwischen 35 EUR in ein 11 Jahre altes HP Netbook investiert und rattere seitdem Qualitätstexte zu spannenden Themen wie „Weißbier einschenken – so geht es richtig“ oder „Das bringt es einen Monat auf Alkohol zu verzichten“ raus. Alles während ich mir ein kaltes Hannoveraner Weidmann Pils aus der handlichen 0,33 Liter fassenden Weißblechdose einverleibe. Was ein Heuchler ich doch bin.

Wenn ich dann gerade mal nicht Texte über die Wichtigkeit der Beachtung von „Staubklassen beim Absauganlagenkauf“ (Bestseller-Material) verfasse, dann lebt in meinem Haushalt, in dem ich morgen nun auch schon bereits wieder einen Monat lebe, auch weiterhin die Tradition des gemeinsam Volllaufenlassens, was alleine dadurch immer spannend ist, als dass es sich bei einem der partizipierenden Nachbarn um einen Flatearther handelt, der die Drehung der Erde leugnet, weil er keinen Fahrtwind spürt und der mich Woche für Woche von einem menschengemachten Virus zu überzeugen versucht und dabei konsequent sämtliche, von mir hervorgebrachten, wissenschaftlichen Fakten ignoriert.

So viel dann auch zu meiner Coronabeschäftigung.

„Quo vadis Onkel N.?“

Klasse Frage, imaginärer Interviewer. „Immer noch keine Ahnung“ lautet die ernüchternde Antwort. Denn SARS-Cov-2, die AfD unter den Viren, ist ja immer noch da. Fast zwei Monate nach Ankunft in Los Ángeles ist daher nicht absehbar wann ich aus diesem Loch herauskomme. Weiterhin mangelt es mir aber an nichts und ich bin gesund. Zwischenzeitlich wollte ich lediglich des Klimas wegen meinen Standort mal 600 km weiter in den wärmeren Norden verlagern, habe diese Idee aber mangels verfügbarer Hostels und wegen militärischer Straßenblockaden wieder verworfen.

Neu ist also lediglich, dass sich der Plan für das große Ganze verändert hat. Es ist absehbar, dass weder touristische Aktivitäten kurzfristig möglich sind, noch ein entspanntes Motorradfahren. Dazu sind zu viele Hostels und Campingplätze geschlossen. Wildcampen ist nahezu überall gegen das Gesetz und mit offenen Armen wird man im Vorgarten eines Hausbesitzers in Zeiten einer globalen Pandemie auch nicht mehr begrüßt. Das Risiko während der Fahrt  ständig mehr oder weniger obdachlos zu sein, ist dadurch einfach zu groß. Abgesehen davon herrschen auf den attraktivsten Gebirgspässen bereits jetzt Maximaltemperaturen von -5 Grad Celsius. Geschmeidig geht anders.

Der Plan ist also denkbar einfach: Warten bis die Grenze zwischen Argentinien und Chile öffnet. Bertl satteln und nach Mendoza zu meinem guten Freund Diego reiten. Bertl zurücklassen und nach Deutschland fliegen.

Stellt den Asbach kalt.

Leider kann ich das nicht einfach hier in Chile machen, da ich noch vor dem 11. August wieder einreisen müsste und mit Bertl das Land verlassen, wenn ich keine heftige Strafe riskieren will. Der argentinische Zoll dagegen stellt dem Touristen für sein Fahrzeug eine Einfuhrerlaubnis für 8 Monate aus, was mir ermöglichen würde nächstes Jahr im Februar/März zurückzukehren und diese Mission zu Ende zu bringen. Gleichzeitig ist zu dieser Jahreszeit dann das Reisewetter für die Region Uruguay, Südbrasilien und Paraguay deutlich besser und eventuell auch Besserung in Bezug auf diese weltweite Pandemie eingekehrt. Drei Fliegen mit einer Klappe und so.

Wer nun echt bereits Asbach kalt gestellt hat, der kann ihn jetzt getrost wieder aus dem Kühlschrank nehmen und den Platz für den Bio-Fenchel verwenden. Denn zuletzt hat der argentinische Staat die Grenzschließung am 26.04. um zwei Wochen bis zum 10. Mai verlängert. Und realistisch sind eine weitere Verlängerung nicht nur bis zum 24. Mai, sondern auch darüber hinaus bis zum 7. Juni.

Dann aber könnte es eventuell wieder spannend werden und ich könnte mich auf den Weg nach Mendoza machen, von wo aus dann hoffentlich auch wieder Flüge in Richtung Europa abheben.

Asbach also bis Mitte Juni auf Wiedervorlage.

Die Corona-Lage

Ja, gibt’s noch.

1 Antwort zu “Tage 279 bis 294: Irgendwas mit Corona”

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