Abschlusszwischenbericht

Nach 27 Stunden nahezu ununterbrochenen Maskentragens in Taxi, Flugzeug und Auto und der Erkenntnis, dass ein 2 kg schwerer und 30 cm langer Drehmomentschlüssel nicht im Handgepäck mitgeführt werden darf, habe ich es am 04. Juni 2020 heil wieder nach Deutschland geschafft.

Und nach anschließender zweiwöchiger (symptomloser) häuslicher Pflichtquarantäne bin ich inzwischen wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Danke an alle, die mir einen netten (Asbach-)Empfang beschert haben. Sorry an alle, die hier auf einen Abschlussbericht gewartet haben. Irgendwie ging das unter.

Wie ging das unter, wo ich doch eigentlich nichts zu tun habe? Indem ich mir etwas zu tun besorgt habe. Konkret ist das die Restaurierung einer absolut fahruntauglichen, sterbenshässlichen Vespa PK 50 (Bj. 1986), die ich vor zwei Jahren gekauft und dann aus Zeitmangel in der Ecke schmoren ließ.

In den letzten zwei bis drei Wochen habe ich mir separat dazu einen 125 cc Motor gekauft, diesen gespalten und alle Lager gewechselt. Dazu standardmäßig den Vergaser gereinigt, den (beim Vorbesitzer geklemmten) Zylinder geätzt, Kabel in der Zündgrundplatte neu eingelötet und die Kupplungs- und Bremsbeläge getauscht. Sobald ich herausgefunden habe, wie ich das verdammte Getriebe korrekt ausdistanziert bekomme, werde ich auch das noch erledigen und den Motor mit neuen Dichtungen und Wellendichtringen wieder zusammensetzen und in den Kübel Schrott einbauen. Dieser selber wird mit neuen Zügen und Lichtern ausgestattet. Der Rahmen wurde unter Führung meines Bruders in drei (für mich mehrheitlich) verkaterten samstäglichen Sitzungen bereits weitestgehend von den durchgerosteten Stellen befreit und wieder fit geschweißt.

Falls ich das zeitlich schaffe und mir der TÜV keine Steine in den Weg legt, möchte ich mit diesem Eimer und einfachster Campingausrüstung dann ab Mitte Juli für einige Wochen ans Nordkap oder nach Großbritannien und Irland fahren. Ob und wieviel ich davon hier berichte, weiß ich noch nicht. Ich möchte nicht, wie zuletzt leider geschehen, weiter irgendeinen Stuss schreiben, nur dass hier etwas geschrieben steht, sondern mich künftig wenn dann auf die besonderen positiven und negativen Momente dieser Art zu reisen beschränken. Das gilt auch dafür wenn es im Januar 2021 in Südamerika weitergeht.

Jepp, wenn es weitergeht. Der bereits gebuchte Rückflug geht am 20. Januar 2021 nach Santiago de Chile. Dort werde ich bei Bertl einige Teile tauschen, die ich bis dahin hier in Deutschland einfacher besorgen kann und dann hoffentlich weitere 20.000 km auf die Uhr raspeln. Traumhafte Gebirgspässe in Chile, Argentinien, Bolivien und Peru erwarten mich ebenso, wie die noch nicht besuchten Länder Brasilien, Uruguay und Paraguay. Eventuell kann ich sogar zur Titelverteidigung bei Mods vs. Rockers Colombia 2021 antreten. Wer weiß… Ich habe auch nicht vergessen, dass ich mir für die erreichte Marke von EUR 1.000,- für meine Spendenaktion noch einen Stierpenis einverleiben muss. Es gibt also genügend Gründe weiterzumachen. Alles natürlich immer unter der Prämisse eines zum Erliegen gekommenen Infektionsgeschehens. Safety first und so.

Bis dahin, bleibt gesund, gurgelt frei nach Onkel Donald alle 3 Mal täglich mit DanKlorix und jagt euch eine Kanüle Rohrreiniger in die Arterien. Bis die Tage…

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